Andacht - Dezember 2016

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.

Psalm 130, 6

Liebe Freunde,
hinter uns liegen einige klare, kalte, aber auch sonnige Herbsttage. Klare Sternennächte, finsterste Nacht, aber dann ein sonniger Morgen, sonnendurchflutete Häuser und wohlige Wärme bei einer leckeren Tasse Tee! Ich habe mich am Morgen immer besonders über den Anblick der aufgehenden Sonne gefreut. Wie ein Feuer am Himmel stieg die Sonne am Horizont empor und überstrahlte das Leben auf der Erde. Der heutige Morgen, aber auch jeder weitere Morgen sind ein Symbol für den Neubeginn Gottes, das Ja Gottes zu seinen Menschen und zu seiner Welt. Die aufgehende Sonne am Morgen steht im Kontrast zur Nacht mit ihrer Finsternis. Die Sonne überwindet die Nacht, sie erhellt die Finsternis, sie durchflutet immer mehr das, was lebt. Davon erzählt auch der Monatsspruch im Dezember: Die Wächter der Stadt haben diesen neuen Morgen mit seinem Licht herbeigesehnt. Mit dem Morgen endete ihre Arbeitsschicht, aber mehr noch war dann die Zeit der großen Gefahren und Bedrohungen für ihre Stadt wieder vorüber. Sie wähnten sich in Sicherheit. Die Finsternis mit ihren Gefahren war der Helligkeit des Tages gewichen. Dankbarkeit und Erleichterung machten sich breit, weil dunkle Zeiten ihren Schrecken verloren hatten. Und genauso, ja, noch etwas mehr wartet der Psalmbeter auf den Herrn. Er sehnt ihn herbei! Ein tieferer Blick in den 130. Psalm zeigt, dass der Beter sich in größter Not befindet. Aus der Tiefe ruft er zu Gott (Vers 1). Er sucht seine Zuflucht bei ihm. Von ganzem Herzen hofft er auf den Herrn und rechnet mit seiner Vergebung, die einzig und allein Rettung und Bestand verspricht. Dabei steht ihm die aufgehende Sonne immer vor Augen.

Wir kennen solche Momente aus eigenem Erleben. Schlaflos durchwachte Nächte. Kreisende Gedanken. Eine Seele, die keine Ruhe findet. Stündlich größer und bedrohlicher werdende Ängste und Nöte. Die Dunkelheit ist kein guter Ratgeber für unsere Not. Ein Ausweg ist nicht in Sicht! Schlaf möchte sich nicht einstellen. Wer kann uns helfen? Quälende Fragen zur Zukunft! Wie soll ich mich entscheiden? Werden meine Kinder ihren Weg finden? Werden sie unter den vielen Wegen den Weg zu Christus finden? Ich würde doch so gerne sie vor mancherlei Finsternis des Lebens bewahren? Wohin mit meinen Fragen und meinen Problemen? Der Psalmbeter betet: Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.

Es ist häufig nicht mein erster Gedanke, aber es ist ein guter Gedanke! Der Psalmbeter lädt mich ein, er ermutigt mich, es seinesgleichen zu tun. Und so möchte ich es auch Euch weitergeben: Bleibt nicht allein mit Eurer Not! Gebt nicht auf, wenn die Fragen bohren! Schaut auf den Herrn, wartet auf den Herrn. Wie der Wächter auf den Morgen! Vertraut und hofft auf IHN, bis er die Sonne wieder aufgehen lässt!

Die Adventszeit ist von ihrer Tradition herkommend eine Fasten- und Bußzeit. Für viele von uns ist dieser Gedanke schwer vorstellbar. Mittlerweile sind wir von einer anderen Tradition geprägt. Dennoch möchte diese Zeit Raum geben für Umkehr und Neubesinnung auf Gott, auf Christus, unseren Erlöser! Möge Er Dir vor allem anderen in dieser Adventszeit nahe sein! Möge Er Dein Gebet erhören! Und Deine Not wenden!

Gott segne Dich!
Deine Pastorin Tanja Lübben

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