Andacht - April / Mai 2017

Montasspruch

 

Liebe Freunde,

meine verlegten Hausschlüssel suche ich nicht im Keller, die Kartoffeln für das Mittagessen suche ich nicht im Kleiderschrank und einen Stift zum Schreiben finde ich in der Regel nicht im Badezimmer. Ich kann an vielen Stellen suchen und viel Zeit mit Suchen verbringen, aber auch wenn ich genau hinschaue, wird meine Suche nicht zielführend sein. Es gibt so etwas wie den falschen Platz zum Nachsehen. Ein Ort, an dem es sehr unwahrscheinlich ist, das Gesuchte zu finden.

Als die Frauen am ersten Tag der Woche, also unserem heutigen Sonntag, zum Grab des gekreuzigten Jesus liefen, wollten sie dem Leichnam die letzte Ehre erweisen. Es war ein schwerer Gang. Viele Hoffnungen und Erinnerungen an die Zeit, als Jesus lebendig in ihrer Mitte war, mussten sie begraben. Doch der letzte Abschied war ihnen wichtig. Für diesen Gang nahmen sie noch einmal alle Kräfte zusammen und machten sich auf den Weg. Was dann passierte, berichten alle vier Evangelien ein bisschen unterschiedlich. Bei Lukas begegnen den Frauen zwei Männer in glänzenden Kleidern. In anderen Evangelien lesen wir zum Beispiel von einem Jüngling oder zwei Engeln. Wie auch immer die Autoren der Evangelien die Begleitumstände berichten, die alles entscheidende Tatsache ist das leere Grab, das in allen vier Evangelien einheitlich wiedergegeben wird. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Mit diesen Worten spiegeln die beiden Männer den Frauen, dass sie zwar auf
der Suche nach Jesus sind, dass sie sich aber an den falschen Ort, an den falschen Platz zum Nachsehen begeben haben. Bei den Toten ist Jesus nicht zu finden.
Am bevorstehenden Osterfest werden wir es wieder erinnern und feiern: Jesus ist nicht bei den Toten zu finden, denn er lebt. Er ist auferstanden. Jesus ist der Lebendige. Dies ist die entscheidende und herausfordernde Frage auch an uns heute: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Und wer ist Jesus für dich heute? Einer der größten Menschen, ein Held, der ein einzigartiges Leben geführt hat? Oder ist er eine Gestalt aus einem Buch, dem bedeutendsten Buch der Welt, dessen Leben weiter erforscht werden muss? Oder ist er ein vollkommenes Vorbild, an dessen Leben wir unser Leben ausrichten sollen? - Bei aller Richtigkeit, die in diesen Worten liegt, ist Jesus mehr noch der Lebendige, der Auferstandene. Er lebt und er lebt heute, mitten unter uns, mitten in unseren Herzen. Wir können ihm heute begegnen und ihn in unser tägliches Leben einbeziehen. Er ist unser Vorbild, aber er hilft uns auch, führt uns und stärkt uns bei unserem Bemühen, seinem Vorbild nachzueifern.
Möge Ostern für dich lebendig werden, weil Jesus in dir lebt! Mögest du nicht am falschen Ort suchen, sondern dem Auf-erstandenen dort begegnen, wo er sich finden lässt – im Hier und Jetzt!

Gott segne Dich, Deine Pastorin Tanja Lübben

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