Ein rebellisches Ostern

Die Geschichten des Schriftstellers Wolfgang Borchert spielen oft vor einer düsteren Kulisse. Orte und Figuren zeigen die Bilder des Zweiten Weltkrieges hart und ungeschönt. Und doch gibt es Hoffnung darin. Sie glänzt an den Rändern. Schimmert durch. Aber nie so, dass die Geschichte ihren tiefen Ernst verliert und ihre ungebrochene Mahnung zum Frieden. So auch in der kurzen Geschichte „Jesus macht nicht mehr mit“. Der Soldat, den sie zum Spaß „Jesus“ nennen, weil er so sanft aussieht mit seinem jungen weichen Gesicht, hat die Aufgabe, die Toten des Krieges zu begraben. Mitten im Winter. Gefrorener Boden. Aber überall so viele Opfer. Jesus müht sich redlich, die Toten würdig zu bestatten. Aber Würde und Krieg schließen sich aus. Das sind verschiedene Welten. Das passt einfach nicht zusammen. Und die Würde bleibt auf der Strecke. Die der Lebenden und die der Toten. Und der Soldat, mit dem Spitznamen „Jesus“ kann das nicht mehr ertragen. Diese Gräber und diese Opfer. Und Borchert lässt ihn leise sagen: Ich mache nicht mehr mit. Der Unteroffizier knurrt: Wieso? Hä, wieso? Nein, sagt Jesus leise, ich kann das nicht mehr. Er stand in dem Grab und hatte die Augen zu. Die Sonne machte den Schnee so unerträglich weiß. Nein, ich will das nicht mehr, sagte er. Dann ging er, ohne auf die anderen zu achten, an ihnen vorbei auf das Dorf zu. Hinter ihm schrie der Unteroffizier: Jesus, Sie kehren sofort um! Ich gebe Ihnen den Befehl! Sie haben sofort weiterzuarbeiten! Aber Jesus sah sich nicht um. Nein, sagte er. Der „Jesus“ bleibt nicht im Grab. Er steht auf. Er geht. Er verweigert sich der Unmenschlichkeit, der rohen Selbstverständlichkeit des Krieges, bei der die anderen mitmachen. Er nimmt es einfach nicht mehr hin. Er geht. Weg von den Grauen, hin zu den Lebenden. Er kehrt der Gewalt den Rücken. Und sagt „Nein“ zum Tod. Und so geschieht mitten im Schrecken des Krieges ein kleines rebellisches Ostern.

Aus: Michael Töteberg (Hg.), Wolfgang Borchert. Das Gesamtwerk; Hamburg 2011.

STAUNEN 2018

Herzlich laden wir an dieser Stelle nochmals zum großen europäischen Treffen  „STAUNEN2018“  ein, das über das Himmelfahrtwochenende auf dem Dünenhof in Cuxhaven stattfinden wird. Ein spannendes Programm ist von einem großen Team unter der Leitung von Pastor Christhard Elle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geplant – und wir sind uns sicher, dass wir viel Gelegenheit haben werden, über Gottes Größe und sein Wirken zu staunen. Viele Methodisten aus ganz Europa werden sich zusammenfinden, die Werke unserer Kirche sind vertreten und es werden inspirierende Veranstaltungen und intensive Bibelarbeiten angeboten. Eine wunderbare Veranstaltung fast in unserer Nachbarschaft, die niemand verpassen sollte!

Nähere Informationen sind im Internet unter www.staunen.net einzusehen, dort kann man sich auch direkt anmelden. Tanja und Sebastian D. Lübben werden mit einem Team das Kinderprogramm leiten – auch wir sind noch auf der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Vielleicht möchtest Du uns unterstützen und stellst Dich für diese Tage und die vielen Kinder, die wir erwarten, zur Verfügung. Darüber freuen wir uns sehr!
Bitte begleitet alle Vorbereitungen schon jetzt im Gebet – und vielleicht bist Du kurzentschlossen noch dabei, bei STAUNEN2018!

Kontakt

EmK Neuschoo
Franz-Klüsner-Weg 7
26487 Neuschoo

Telefon: 04975 504
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